Kabelaufbauschächte – Größen II bis X nach EBA-Ausführung nach DIN Fachbericht 101 und DIN 4085

Kabelschächte aus beton C 35/45 nach DIN 1045, als Aufbauschächte oder Topfschächte. Aufbauschächte sind die flexible Schachtsysteme im unterirdischen Leitungsbau: Die modulare Bauweise erlaubt die exakte Tiefenanpassung durch gestapelte Kastenrahmen oder Zwischenrahmen, während die Topfschächte wunschgerecht aus einem Teil mit Kabeleinführungen nach wunsch gefertigt werden. Alle Schachtgrößen sind sowohl begehbar (Klasse B 125) als auch befahrbar (Klasse D 400) lieferbar.

Unsere Kabelschächt-Größen im Überblick

Aufbauschacht Größe II (65 × 65 cm i. L.)

Der kompakteste Standardschacht mit 85 × 85 cm Außenmaß und 65cm Schachttiefe.Geeignet für LSA-Ampelanlagen, Straßenbeleuchtung, kleine Kabelabzweige in Fußgängerzonen.

Aufbauschacht Größe III (117 × 65 cm i. L.)

Länglicher Schacht mit 137 × 85 cm Außenmaß und 65cm Schachttiefe. Ideal für längere Muffenmontagen, FTTx-Knotenpunkte und Doppelkabelabzweige.

Aufbauschacht Größe IV (90 × 80 cm i. L.)

Quadratnaher Schacht mit 110 × 100 cm Außenmaß, 2,50 m EBA-Tiefe und 1.456 kg Eigengewicht. Geeignet für Mittelspannungsmuffen und Signaltechnik mit größerem Arbeitsraum.

Aufbauschacht Größe V (145 × 80 cm i. L.)

Langformat mit 165 × 100 cm Außenmaß, 2,50 m EBA-Tiefe und 140/70 cm Einstiegsmaß. Gesamtgewicht begehbar 2.125 kg, befahrbar 2.068 kg. Häufig eingesetzt an Bahnübergängen, für Signaltechnik und größere FTTx-Verteiler.

Aufbauschacht Größe VII (145 × 120 cm i. L.)

Der Tiefschacht mit Spitzen-Einbautiefe von 3,65 m und 171 × 146 cm Außenmaß. Gesamtgewicht begehbar 3.195 kg, befahrbar 3.372 kg. Geeignet für tief liegende Kabeltrassen, wo andere Medien querenden Zwang vorgeben.

Aufbauschacht Größe X (250 × 200 cm i. L.)

Der Großschacht mit 5,0 m² Innenfläche , 280 × 230 cm Außenmaß und 3,50 m EBA-Tiefe. Gesamtgewicht begehbar 8.778 kg, befahrbar 9.354 kg. Einsatz als Stellwerks- und Backbone-Schacht, in Umspannbereichen und für zentrale Signaltechnik-Knoten.

Wichtige Merkmale und Vorteile auf einen Blick

nach EBA-Ausführung für Bahn-Infrastruktur

Alle sechs Größen sind nach der EBA-Grundlage zur Bemessung von Kabelschächten in Eisenbahnanlagen gefertigt. 

Modulare Tiefenanpassung

Die Gesamttiefe wird baustellenseitig durch Stapelung der Zwischenrahmen. Das macht aufwändige Sonderfertigungen überflüssig und hält die Lagerhaltung schlank.

Flexible Belastungsklassen

Durch den Tausch der Schachtabdeckung wechselt der Schacht zwischen Klasse B 125 (Fußgänger- und PKW-Verkehr) und Klasse D 400 (Schwerlastverkehr). Auf Anfrage auch E 600 (Industrie) und F 900 (Flugbetriebsflächen) verfügbar.

Technische Details

GrößenII (65×65) / III (117×65) / IV (90×80) / V (145×80) / VII (145×120) / IX (200×150) / X (250×200) – alle Angaben cm i. L.
SchachttiefeSchachthöhe kann nach Bedarf angepasst werden. 
BelastungsklassenStandardmäßig in B 125 oder D 400 optional, E 600 / F 900 auf Anfrage
BetonC 35/45 nach DIN 1045, frostbeständig und tausalzresistent
NormungHerstellung und Bemessung nach DIN Fachbericht 101, DIN 4085, DIN 1045 sowie EBA-Grundlage zur Bemessung von Kabelschächten in Eisenbahnanlagen. Schachtabdeckungen nach DIN EN 124 und DIN 1229.
VerschiebesicherungVerschiebesicherung Rundstahlstäbe ø 8 mm in den Eckaussparungen der Rahmen

Die Vorteile von Kabelaufbauschächten im Detail

Gegenüber monolithischen Topfschächten und anderen Bauweisen bieten Aufbauschächte systemische Vorteile in Planung, Logistik und Einbau.

Baukastenprinzip mit vier Standardkomponenten

Bodenplatte oder Bodenwannemit Sickerloch für Kondens-/Sickerwasser
Unterrahmenmit Aussparungen oder Blindöffnungen für Kabelschutzrohre
Zwischenrahmenfür die millimetergenaue Tiefenanpassung
DeckenplatteDeckenplatte mit einem Einstieg mit ein oder zwei 70/70-cm-Deckel

Einbau ohne Spezialtransport (bei Größen II–V)

Die Komponenten der kleineren Größen bleiben mit Einzelgewichten zwischen 140 kg und 670 kg für einen Standardkran auf jeder Baustelle handhabbar. Nur bei den Größen VII und X sind Schwerlast-Tieflader und Großkran erforderlich.

Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit

Beton C 35/45mit hoher Druckfestigkeit, Frost- und Tausalzbeständigkeit
Stahldollenals mechanische Verschiebesicherung gegen Vibrationslasten
DIN 1045-2-Mörtelin den Lagerfugen für dauerhafte Formstabilität

Werkseitige Integration von Muffen und Aussparungen

Es lassen sich Lage, Anzahl und Größe der Muffen für die Kabelschutzrohr-Einführung nach Kundenangabe bereits im Werk einbauen – das spart Bohrarbeiten auf der Baustelle und erhält die Wasserundurchlässigkeit.

Breites Zubehörprogramm

Schmutzschalen (Kunstoff oder feuerverzinkt), Höhenausgleichsrahmen, Verschlussbecher DN 110 sowie verriegelbare Deckelsysteme (WADAPTER, WABENS, WADRILL, WASI) sind für alle Größen verfügbar.

Einsatzbereiche im Überblick

Kabelaufbauschächte werden dort eingesetzt, wo modulare Bauweise und Einbautiefe wichtiger sind als maximale Dichtheit. Wie beispeilsweise Schwerlast-Verkehrsflächen (Autobahnen, Industriehöfe, Flughäfen), urbane Infrastruktur (Ampelanlagen, Stadtbeleuchtung, Glasfaserverteiler) und Tiefbau mit Extremtiefen, wenn Kabeltrassen andere Medienträger unterqueren müssen. Für monolithische Anforderungen mit höchster Wasserdichte empfehlen sich stattdessen die Topfschächte und bei kompakte Verteilerfunktionen deckt die Abzweigkasten-Reihe den Bedarf ab.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Kabelaufbauschächte?

Kabelaufbauschächte sind modulare Schachtbauwerke aus Beton C 35/45, die aus vier Hauptkomponenten bestehen: Bodenplatte (oder Bodenwanne), Unterrahmen, Zwischenrahmen und Deckelabschluss. Sie werden werksseitig gefertigt und auf der Baustelle zum Schachtbauwerk zusammengesetzt. Im Gegensatz zu monolithischen Topfschächten lässt sich die Einbautiefe über die Anzahl der Zwischenrahmen exakt an die Planung anpassen.

Welche Größen sind verfügbar?

Das Standardprogramm umfasst sechs Größen: II (65 × 65 cm), III (117 × 65 cm), IV (90 × 80 cm), V (145 × 80 cm), VII (145 × 120 cm) und X (250 × 200 cm) – alle Maße im Lichten. Die Außenmaße sind 85 × 85 cm bis 280 × 230 cm. Größe X bietet mit 5,0 m² Innenfläche den größten modularen Schachtraum im Programm.

Was bedeutet EBA-Typzulassung?

Die EBA-Typzulassung zertifiziert die Schächte für den Einsatz in Eisenbahnanlagen. Sie basiert auf der EBA-Grundlage zur Bemessung von Kabelschächten in Eisenbahnanlagen und berücksichtigt speziell Vibrationen aus dem Bahnbetrieb, Erddruck und zyklische Belastungen. Alle sechs Standardgrößen (II bis X) sind EBA-typzugelassen.

Welche Einbautiefen sind möglich?

Die maximal zulässige Einbautiefe richtet sich nach der Größe: 2,50 m für die Größen II, III, IV und V; 3,50 m für Größe X; und mit 3,65 m der Spitzenwert bei Größe VII. Die Tiefenanpassung auf der Baustelle erfolgt über die Anzahl der gestapelten Zwischenrahmen (Standardhöhen 20, 40, 42, 45, 47 cm).

Welche Belastungsklassen werden erreicht?

Standardmäßig sind alle Größen in den Klassen B 125 (Prüfkraft 125 kN, Gehwege und PKW-Flächen) und D 400 (Prüfkraft 400 kN, Fahrbahnen und Industrieflächen) lieferbar. Die Belastbarkeit wird durch die Schachtabdeckung bestimmt – der Schachtkörper bleibt identisch. Auf Anfrage sind auch E 600 und F 900 (Flugbetriebsflächen) verfügbar.

Was unterscheidet Aufbauschächte von Topfschächten?

Aufbauschächte sind modular – Boden, Rahmen und Deckel kommen als Einzelteile. Topfschächte sind monolithisch aus einem Guss. Daraus folgt: Aufbauschächte bieten höhere Flexibilität bei der Tiefenanpassung und können auch mit Extremtiefen bis 3,65 m ausgeführt werden. Topfschächte bieten die höhere Grunddichtheit (ein Bauteil, keine horizontalen Fugen) und sind die erste Wahl bei drückendem Grundwasser oder Flughafen-Belastungen (F 900).

Wie werden die Rahmen miteinander verbunden?

Die Lagerfugen zwischen den Rahmen werden vollflächig mit Zementmörtel nach DIN 1045-2 oder einem gleichwertigen Schachtbaumörtel vermörtelt (Fugendicke ≥ 1,0 cm). Zusätzlich werden in die Eckaussparungen Stahldollen ø 10 mm eingebracht – Länge 800 mm (Größen II, IV) oder 1000 mm (Größen III, V, VII, X). Die Dollen sichern die Rahmen gegen horizontales Verschieben bei Vibrationen aus Bahn- oder Schwerlastverkehr.