Start » Stahlbetonrohre » Formstücke » Aufgesetzte Schächte und Krümmer Form K-GM, abgewinkelt DN 700 – DN 1200
Stahlbetonrohre der Form K-GM, werkseitig abgewinkelt und mit aufgesetztem Schacht, für Nennweiten DN 800 bis DN 1200 nach DIN EN 1916 und DIN V 1201. Die Abwinklung erfolgt in Fließrichtung; die Innenkante (IK) entspricht im Regelfall der halben Regelbaulänge, auf Wunsch variabel. Alle Maße sind Richtmaße – projektspezifische Anfertigung nach Vorgabe.
Der abgewinkelte Aufsatz kombiniert zwei Funktionen in einem Bauteil: Er führt die Rohrleitung in eine neue Richtung (hydraulisch günstig, ohne Krümmungsverluste eines nachträglich eingefügten Krümmers) und bietet gleichzeitig am Knickpunkt den Einstieg für Inspektion und Wartung. An Knotenpunkten ist das die wirtschaftlichste Lösung, weil sonst zwei separate Bauteile (Krümmer plus aufgesetzter Schacht) eingebaut werden müssten. Die Abwinklung erfolgt einschnittig (aus zwei Rohrsegmenten) oder zweischnittig (aus drei Segmenten), je nach erforderlichem Abwinklungswinkel. Aus hydraulischen Gründen sollte die Abwinklung pro Segmentstoß 25 gon nicht überschreiten; bei größeren Abwinklungen werden mehrere Segmente hintereinander eingesetzt.
Hinweis zu Maßen: Alle Maße sind Richtmaße. Die konkrete Ausführung (Abwinklungswinkel, Rohrlängen vor und nach Knick, Schachthöhe) erfolgt projektspezifisch nach Vorgabe. Bitte das rohr.de-Datenblatt „Form K-GM aufgesetzte Schächte und Krümmer DN 800 – DN 1200″ anfordern oder Rücksprache mit dem Vertrieb halten.
Der abgewinkelte Aufsatz ist die Standardlösung für Knotenpunkte mit Trassenknick bei mittelgroßen Sammlern. Der integrierte Schacht macht den Knickpunkt sofort zum Inspektionspunkt – ein Pflichtmerkmal nach DIN EN 752 bei jedem Richtungswechsel einer begehbaren Leitung.
Einschnittig = Abwinklung an einem Segmentstoß, aus zwei Rohrsegmenten. Zweischnittig = aus drei Segmenten mit zwei Segmentstößen. Bei großen Gesamt-Abwinklungen wird zweischnittig gefertigt, damit pro Stoß die hydraulische Grenze von 25 gon nicht überschritten wird.
Die Knickrichtung folgt der Fließrichtung: Das Wasser „dreht“ mit dem Rohr. Das minimiert lokale Turbulenzen und Ablagerungsbildung am Knickpunkt.
An Knotenpunkten schreibt DIN EN 752 für begehbare Sammler einen Einstiegsschacht vor. Der abgewinkelte Aufsatz erfüllt diese Pflicht, ohne dass ein separates Bauwerk nötig ist.
Die Innenkante (IK), also die Lage des Schachts auf der Innenseite des Knicks, liegt im Standardfall bei halber Regelbaulänge. Bei besonderen Anforderungen (Abstand zu Straßen- oder Grundstücksgrenzen) kann die IK auf Wunsch variiert werden.
Ein Krümmer plus ein separater aufgesetzter Schacht wären zwei Bauteile mit zwei Muffenverbindungen dazwischen. Der abgewinkelte Aufsatz ist ein einzelnes Bauteil – weniger Muffen, weniger Dichtungen, weniger Einbauzeit.
Bei zwei separaten Bauteilen entstehen durch die Muffe zwischen Krümmer und Schacht minimale Turbulenzen. Die monolithische Ausführung vermeidet das komplett.
Ein konventioneller Schacht über einem Krümmer hätte zwei Rohrdurchführungen (Zulauf und Ablauf) – beide sind potenzielle Dichtungsschwachstellen. Der monolithische Aufsatz hat keine Rohrdurchführungen.
Der abgewinkelte Aufsatz ist eine Standardposition im Leistungsverzeichnis. Gegenüber einer Sonderkonstruktion „Schacht mit Abgangskrümmer“ gibt es klare Maße, klare Statik, klare Gewährleistung.
Die Tragfähigkeit gegen Verkehrslasten ist identisch zum Regelrohr derselben Nennweite: SLW 60 ohne zusätzliche Maßnahmen bei üblichen Überschüttungshöhen.
Klassischer Anwendungsfall: Ein Hauptsammler DN 1000 folgt einer Straße und muss an einer Kreuzung um etwa 90° abknicken. Der abgewinkelte Aufsatz liefert Richtungsänderung und Inspektionszugang in einem Fertigteil, meist mit zweischnittiger Abwinklung (zwei Segmentstöße à 50 gon).
Wenn an einem Knickpunkt zusätzlich ein Seitenzulauf anschließen soll, wird häufig zuerst der abgewinkelte Aufsatz gesetzt und der Seitenzulauf im Schacht selbst eingebunden (bauseits mittels Bohrung und Dichtmanschette).
Bei Gefällesprüngen oder Absturzbauwerken kann der abgewinkelte Aufsatz den horizontalen Knick vor oder nach dem Absturzbauwerk bereitstellen.
Bei eng geschnittenen Grundstücken folgt die Trasse oft den Grundstücksgrenzen mit mehrfachen Knicken. Der abgewinkelte Aufsatz ist an jedem Knickpunkt die bevorzugte Lösung, weil er den Einstieg direkt auf den Knickpunkt setzt.
Der abgewinkelte Aufsatz ist statisch anspruchsvoller als ein gerader Aufsatz: An Knickpunkten von Rohrleitungen wirken nicht nur Vertikallasten, sondern bei Druckverhältnissen auch Horizontalkräfte aus dem umgelenkten Strömungsimpuls. Bei Freispiegelleitungen ist das meist vernachlässigbar; bei Leitungen mit nennenswertem Innendruck (z. B. Kühlwasser- oder Industrieabwasser) ist ein Widerlager zwingend – entweder aus Beton-Fertigteilen oder aus Ortbeton. Die Einbauabfolge beginnt mit dem abgewinkelten Aufsatz als „Ankerpunkt“; die Regelrohre werden von beiden Seiten auf den Aufsatz zugefügt. Die genaue Ausrichtung (Fluchtung der Muffen zu den angrenzenden Regelrohren) erfolgt per Laser-Zieltafel. Aufgrund der asymmetrischen Form ist beim Anschlagen mit dem Hebezeug auf das richtige Anheben ohne Verdrehen zu achten. Für Einbetten, Verfüllen und Verdichten gelten DIN EN 1610 und das Arbeitsblatt DWA-A 139.
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Der gerade Aufsatz sitzt auf einem geraden Rohr und dient nur dem Einstieg. Der abgewinkelte Aufsatz kombiniert Richtungsänderung und Einstieg in einem Bauteil – das Rohr ist werkseitig so gefertigt, dass es am Knickpunkt abgewinkelt ist, und der Schacht sitzt genau auf diesem Knickpunkt.
Aus hydraulischen Gründen sollte die Abwinklung pro Segmentstoß 25 gon nicht überschreiten. Bei größeren Gesamt-Abwinklungen werden die Rohre aus mehreren Segmenten gefertigt (zweischnittig oder mehrschnittig), sodass jede Einzel-Abwinklung unter dieser Grenze bleibt.
Einschnittig = der Krümmer ist aus zwei Rohrsegmenten mit einem Segmentstoß hergestellt (ein Knick). Zweischnittig = aus drei Segmenten mit zwei Segmentstößen (zwei kleinere Knicke). Die Entscheidung hängt von der geforderten Gesamt-Abwinklung ab: bis etwa 25 gon einschnittig, darüber zwei- oder mehrschnittig.
Die Abwinklung wird projektspezifisch gefertigt. Standardwinkel (15°, 30°, 45°, 60°, 90°) sind gut lieferbar; Sonderwinkel auf Anfrage. Bei sehr großen Abwinklungen ab etwa 90° lohnt es sich oft, stattdessen zwei aufeinanderfolgende abgewinkelte Aufsätze mit geringerer Einzelabwinklung zu setzen.
Der Schacht sitzt standardmäßig an der Innenkante (IK) des Knicks, im Regelfall bei halber Regelbaulänge des Krümmers. Auf Wunsch ist die IK-Position variabel – etwa wenn ein bestimmter Abstand zu einer Straßen- oder Grundstücksgrenze eingehalten werden muss.
Die Muffen sind identisch zum Standardrohr Form K-GM – Glockenmuffe mit werkseitig integriertem Elastomerdichtring nach DIN EN 681-1. Das bedeutet: Dieselbe Dichtheit, dieselbe Fügetechnik und dieselbe Dichtheitsprüfung wie am übrigen Rohrstrang.
Bei Freispiegelleitungen (übliche Abwasserkanäle) ist in der Regel kein Widerlager nötig. Bei Leitungen mit Innendruck (Kühlwasser, Druckleitungen bis 3 bar, Pumpstrang-Ausgänge) ist ein Widerlager zur Aufnahme der Umlenkkräfte zwingend – entweder als Beton-Fertigteil oder als Ortbeton-Konstruktion. Die Widerlagerkräfte sind projektspezifisch zu berechnen.