Formstücke machen aus einer geraden Rohrleitung ein komplettes Kanalsystem: Krümmer führen um Hindernisse, Übergangsstücke reduzieren die Nennweite, Aufsätze bilden Einsteigschächte, Einbinderinge schließen an Bauwerke an, Abzweige nehmen Seitenleitungen auf, Böschungsstücke bilden Dammauslässe. Alles nach DIN EN 1916 und DIN V 1201.
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Formstücke sind vorgefertigte Stahlbetonbauteile, mit denen aus einer geraden Rohrleitung ein komplettes Kanalsystem wird. Sie übernehmen alle Aufgaben, die das Standardrohr nicht leisten kann: Richtungsänderungen, Nennweitenwechsel, Seitenanschlüsse, Einstiegsöffnungen, Übergänge an Bauwerke und den sauberen Abschluss an Dämmen oder Böschungen. Unsere Formstücke werden nach DIN EN 1916 und DIN V 1201 gefertigt und sind dimensional auf unsere Kreis- und Eiprofilrohre abgestimmt. Sie lassen sich ohne Sonderlösungen in den Rohrstrang einfügen – dieselbe Muffenform, dieselbe Dichtung, dieselbe Statik. Das beschleunigt den Baustellenablauf, reduziert Planungsaufwand und erhöht die Fehlersicherheit bei der Ausführung.
Aufsätze verwandeln ein Rohr in einen Einsteig- oder Übergangsschacht. Drei Varianten stehen zur Verfügung: gerade (einfacher Schachtaufsatz auf einem geraden Rohr), abgewinkelt (Schacht mit integrierter Richtungsänderung des Rohrs) und Übergang (Schacht mit gleichzeitiger Nennweitenreduzierung). Zusätzlich führen wir Eiprofil-Krümmer mit aufgesetztem Schacht.
Einbinderinge sind kurze Rohrstücke, die einseitig als Muffe, andernseits glatt ausgeführt sind und zum dichten Anschluss der Rohrleitung an ein Schachtbauwerk oder Sonderbauwerk dienen. Verfügbar in zwei Ausführungen: kreisrund DN 300 – DN 3600 (für Kreisrohre, 24 Nennweiten) und Eiprofil DN 500/750 – DN 1400/2100 (für Eiprofilrohre, 8 Nennweiten).
Abzweige mit 90°-Bohrung und DS-Anschlussstutzen für die nachträgliche oder werkseitige Aufnahme von Seitenleitungen aus Steinzeug (Stz) oder PVC. Verfügbar in zwei Nennweitenbereichen: Form K-GM DN 300 – DN 1200 und Form K-FM DN 1300 – DN 2500 . Standardanschlussnennweiten der Seitenleitung: DN 150 (Bohrung 181 mm) und DN 200 (Bohrung 232 mm).
Böschungsstücke sind schräg angeschnittene Rohre für den dichten Anschluss einer Rohrleitung an eine Böschung oder an einen Damm – typisch am Auslass eines Durchlasses oder Regenrückhaltebeckens. Verfügbar in den Standardneigungen 1:1 (45°) und 1:1,5 (33°) , für die Form K-GM (DN 300 – DN 1200) und die Form K-FM (DN 1300 – DN 3000).
Formstücke werden komplett im Werk gefertigt und kommen einbaufertig auf die Baustelle. Das ersetzt aufwendige Sonderkonstruktionen aus Ortbeton, eliminiert Schalungs- und Bewehrungsarbeiten vor Ort und verkürzt die Bauzeit an kritischen Knotenpunkten des Kanalsystems erheblich.
Formstücke verwenden dieselben Glocken- oder Falzmuffen mit werkseitig integrierten Elastomerdichtungen wie die Regelrohre derselben Nennweite. Die Dichtheit der Gesamtleitung hängt damit nicht am „schwachen Glied“ eines improvisierten Knotenpunkts.
Das Programm deckt den gesamten Nennweitenbereich der Kreisrohre (DN 300 – DN 3000) und Eiprofilrohre (DN 300/450 – DN 1400/2100) ab. Planer können eine Leitung konsequent in einer Muffenform und einem Lieferprogramm durchplanen – vom Hausanschluss bis zum begehbaren Hauptsammler.
Alle Formstücke sind Standardmäßig in FBS-Qualität mit den erhöhten Anforderungen der FBS-Qualitätsrichtlinie lieferbar – relevant bei Projekten mit entsprechenden Ausschreibungsvorgaben und langen Abschreibungsdauern.
Krümmer und abgewinkelte Rohre führen die Leitung um Hindernisse, über Grundstücksgrenzen oder entlang einer geplanten Straßenachse. Der Vorteil gegenüber einer Ortbeton-Lösung: keine Baustellenarbeit an der Dichtung, keine Statik-Sonderrechnung, keine verlängerte Bauzeit.
Übergangsstücke ersetzen aufwendige Reduzierschächte. Der Übergang kann nach Wahl achs-, sohl- oder scheitelgleich ausgeführt werden – je nach hydraulischer und konstruktiver Anforderung.
Aufgesetzte Schächte verwandeln beliebige Punkte der Leitung in Einstiegs- oder Revisionsstellen, ohne dass ein separater Schachtkörper mit eigener Fundamentplatte errichtet werden muss. Besonders wirtschaftlich bei Sammlern ab DN 800, wo der Rohrdurchmesser bereits begehbar ist.
Einbinderinge stellen die dichte und fluchtgerechte Verbindung zwischen Rohrleitung und Schacht-, Becken- oder Übergabebauwerk her. Die Muffenausführung passt zum jeweiligen Rohrsystem; auf der Seite zum Bauwerk wird der Ring meist einbetoniert.
Abzweige mit DS-Anschlussstutzen nehmen Seitenleitungen aus Steinzeug oder PVC in Standardnennweiten DN 150 und DN 200 auf – werkseitig gebohrt, damit keine Nacharbeiten auf der Baustelle nötig sind.
Böschungsstücke mit 45°- oder 33°-Anschnitt ermöglichen einen sauberen, nachlaufenden Abschluss der Rohrleitung an einer Dammschüttung oder Böschung. Ohne ein Böschungsstück müsste das letzte Rohr schräg angesägt oder überschüttet werden – Böschungsstücke vermeiden diese Kompromisse.
Ein auf der Baustelle aus Ortbeton hergestelltes Übergangsbauwerk braucht Schalung, Bewehrung, Betonage, Aushärtung, Abnahme – typisch 3 bis 5 Arbeitstage. Das gleiche Formstück kommt als Fertigteil, wird in 30 Minuten versetzt und ist sofort dicht.
Stahlbetonformstücke nach DIN EN 1916 und DIN V 1201 haben eine statisch berechnete Tragfähigkeit, die auf die Regelrohre derselben Nennweite abgestimmt ist. Sonderbauwerke erfordern dagegen individuelle statische Nachweise – mit entsprechendem Planungsaufwand.
Die werkseitig aufgebrachten Elastomerdichtungen (Keilgleitringe nach DIN 4060 bzw. integrierte Dichtinge nach DIN EN 681-1) sind identisch zur Dichtung des Standardrohrs derselben Nennweite. Das Dichtheitskonzept der gesamten Leitung bleibt konsistent – keine Schwachstellen an Knotenpunkten.
Bei ordnungsgemäßem Einbau erreichen Stahlbetonformstücke dieselbe Nutzungsdauer wie die Regelrohre – 100 Jahre und mehr. Hochdruckspülfestigkeit bei Reinigungsdrücken über 300 bar ist gegeben.
Formstücke sind vorgefertigte Stahlbetonbauteile, die im Rohrstrang zwischen die Regelrohre eingefügt werden und Funktionen übernehmen, die das Standardrohr nicht leisten kann: Richtungsänderungen, Nennweitenwechsel, Seitenanschlüsse, Einsteigsöffnungen, Bauwerksanschlüsse und Böschungsabschlüsse. Sie werden nach DIN EN 1916 und DIN V 1201 gefertigt und sind dimensional auf die Kreis- und Eiprofilrohre desselben Herstellers abgestimmt.
Das Programm umfasst sechs Hauptkategorien: Krümmer und Übergangsstücke (allgemeine Rohrformen für Richtung und Nennweite), Aufsätze (aufgesetzte Schächte in geraden, abgewinkelten und Übergangs-Varianten sowie Eiprofil-Krümmer), Einbinderinge (Anschluss an Schachtbauwerke, kreisrund und Eiprofil), Abzweige (Seitenanschlüsse mit DS-Dichtungstechnik für Stz oder PVC) und Böschungsstücke (schräg angeschnittene Rohre für Dammauslässe in den Neigungen 1:1 und 1:1,5).
Formstücke werden im gesamten Nennweitenbereich der Regelrohre hergestellt. Für Kreisrohre: DN 300 bis DN 3000 (verteilt auf K-GM bis DN 1200 und K-FM ab DN 1300). Für Eiprofilrohre: DN 500/750 bis DN 1400/2100 (Einbinderinge) bzw. DN 700/1050 bis DN 1400/2100 (Krümmer mit aufgesetztem Schacht).
K-GM bezeichnet die Glockenmuffe, hergestellt im Rüttelverfahren, für Nennweiten von DN 300 bis DN 1200. K-FM bezeichnet die Falzmuffe, hergestellt im Vibrationsverfahren, für Nennweiten von DN 1300 bis DN 3000. Beide Muffenformen haben werkseitig integrierte Elastomerdichtungen. Die Grenze bei DN 1200/DN 1300 ergibt sich aus fertigungstechnischen und statischen Gründen: Bei großen Nennweiten ist die Falzmuffe konstruktiv überlegen.
Herstellung und Bemessung erfolgen nach DIN EN 1916 und DIN V 1201 – identisch zu den Regelrohren. Die Dichtungen entsprechen DIN 4060 (Keilgleitringe) und DIN EN 681-1 (Elastomerdichtungen). Für die Bauausführung gelten DIN EN 1610 und das Arbeitsblatt DWA-A 139. Auf Anfrage sind alle Formstücke in FBS-Qualität lieferbar.
Ja – die meisten Formstücke lassen sich in Sonderbaulängen, mit abweichenden Abwinklungen oder besonderen Anschlussmaßen fertigen. Typische Sonderwünsche: verlängerte Rohre für Standardkrümmer, größere Abwinklungen an Krümmern (über 25 gon auf Anfrage, sofern technisch ausführbar), sohl- oder scheitelgleiche Übergangsstücke statt achsgleich, andere Böschungsneigungen als 45°/33°. Maße und Lieferzeit auf Anfrage.
Die Verlegung erfolgt analog zu den Regelrohren derselben Muffenform: Sauberkeitsschicht aus Beton C12/15, Unterbau nach örtlichen Bodenverhältnissen, sorgfältiges Einheben mit geeignetem Hebezeug. Der Fügevorgang entspricht dem Standardrohr – die Dichtung ist werkseitig aufgebracht und muss lediglich vor dem Fügen mit Gleitmittel eingestrichen werden. Für Einbetten, Verfüllen und Verdichten gelten DIN EN 1610 und DWA-A 139.