Absenkschächte für Microtunneling DN 1500 – DN 3200

Microtunneling ist der grabenlose Rohrvortrieb – Rohre werden unter Hindernissen wie Straßen, Flüssen oder Bahntrassen durchgepresst, ohne die Oberfläche aufzugraben. Dafür sind Start- und Zielschächte notwendig, in denen die Vortriebsmaschine steht. Die hier beschriebenen Absenkschächte sind die spezialisierte Variante mit werkseitig vorbereiteten Durchfahröffnungen.

Absenkschächte für grabenlosen Rohrvortrieb – DN 1500, 2000, 2500, 3200

Die Absenkschächte für Microtunneling kombinieren das allgemeine Absenkverfahren (Schneidschuh, Eigenaushub, Baugrubensicherung integriert) mit werkseitig vorbereiteten Durchfahröffnungen für die Ein- und Ausfahrt der Vortriebsmaschine. Die massive Bauweise mit Wandstärken bis 260 mm (DN 3200) nimmt die enormen Rückstoßkräfte der Pressstation auf, die das Rohr nach vorne drückt.

Technische Daten – Absenkschächte für Microtunneling

Nennweite

DN
[mm]
Wanddicke

t
[mm]
max. Höhe
Unterteil
Hu
[mm]
Gewicht
Unterteil

[ca. kg/stm]
max. Höhe
Aufsatzteil

[m]
Gewicht
Aufsatzteil

[ca. kg/stgm]
Durchfahröffnungen

D
[mm]
Gewichtsklasse
Verlegeanker

[t]
1500 150 3,00 1944 3,00 1944 300–500 3 x 6 – 10
2000 160 3,00 2714 3,00 2714 300–500 3 x 6 – 10
2500 200 2,80 4241 2,80 4241 500–1200 3 x 6 – 10
3200 260 3,00 7065 3,00 7065 500–1300 3 x 12 – 20

Absenkschächte für Microtunneling: Was sind die Vorteile und die idealen Anwendungen?

Absenkschächte für Microtunneling sind die technisch anspruchsvollste Variante der Absenkschacht-Technologie. Sie kombinieren die Vorteile des Absenkverfahrens (keine Grundwasserabsenkung, minimaler Platzbedarf, keine separate Baugrubensicherung) mit den spezifischen Anforderungen des grabenlosen Rohrvortriebs: Aufnahme der Rückstoßkräfte, werkseitig vorbereitete Durchfahröffnungen und runde Geometrie für flexible Vortriebsrichtung.

Bedeutung der Bezeichnung

Microtunneling

Der grabenlose Rohrvortrieb mit Tunnelbohrmaschine (TBM). Rohre werden unter Hindernissen durchgepresst, ohne die Oberfläche aufzugraben. Das Verfahren schont die Umgebung und vermeidet die Belastung des Oberflächenverkehrs.

Startschacht

Der Schacht, in dem die Vortriebsmaschine aufgestellt wird. Nimmt die Rückstoßkräfte der Pressstation auf, die das Rohr nach vorne drückt. Muss konstruktiv besonders stabil sein.

Zielschacht

Der Schacht, in dem die Vortriebsmaschine nach Abschluss des Vortriebs geborgen wird. Konstruktiv einfacher als der Startschacht, da die Maschine nur empfangen und nicht gestartet wird.

Durchfahröffnung

Die werkseitig vorbereitete Öffnung für die Ein- oder Ausfahrt der Vortriebsmaschine. Die Größe richtet sich nach dem Durchmesser der TBM zuzüglich der Abdichtungsmöglichkeit.

Vorteile beim Microtunneling

Keine Grundwasserabsenkung

Schutz der Umgebung vor Setzungen, Einsparung komplexer Wasserhaltung und geringere Baukosten. Gerade bei tiefen Vortriebsschächten im Grundwasser ist das der entscheidende wirtschaftliche Vorteil.

Minimaler Platzbedarf

Der Absenkschacht wirkt als Baugrubensicherung. Kein zusätzlicher Verbau, keine Böschungen – der Platzbedarf über Tage entspricht fast genau dem Schachtdurchmesser. Ideal für innerstädtische Baustellen und bei beengten Verhältnissen zwischen Bestandsbauwerken.

Geringe Mantelreibung

Werksseitig glatte Betonoberflächen erleichtern das Absenken erheblich. Bei reibungsintensiven Böden kann zusätzlich Bentonit-Schmierung zwischen Schachtaußenwand und Boden eingebracht werden.

Flexible Vortriebsrichtung

Der Rundquerschnitt erlaubt Durchfahröffnungen in jedem beliebigen Winkel. Die Vortriebsrichtung kann damit projektspezifisch ausgerichtet werden – wichtig bei komplexen Leitungsführungen mit Kurven oder Verzweigungen.

Individuelle Bemessung

Wandstärken von 150 mm (DN 1500) bis 260 mm (DN 3200) werden passgenau auf die Bodenbeschaffenheit und die aufzunehmenden Rückstoßkräfte abgestimmt. Für jedes Projekt wird eine prüffähige Statik erstellt.

Durchfahröffnungen

Die Öffnungen für die Vortriebsmaschine werden werkseitig vorbereitet, damit die TBM sauber ein- oder ausfahren kann. Die maximalen Öffnungsgrößen hängen von der Schachtnennweite ab: DN 1500 und DN 2000 bieten Öffnungen 300–500 mm, DN 2500 bietet 500–1200 mm, DN 3200 ermöglicht Öffnungen bis 1300 mm. Die genaue Position und Größe wird in Abstimmung mit dem Vortriebsunternehmen projektspezifisch festgelegt.

Ideale Anwendungen

Dükerbauwerke

Unterquerung von Gewässern (Flüsse, Seen, Kanäle) ohne Eingriff ins Gewässerbett. Die Absenkschächte stehen am Start- und Zielpunkt, dazwischen wird das Rohr grabenlos vorgetrieben.

Bahnunterquerungen

Grabenlose Verlegung unter Gleisanlagen ohne Streckensperrung oder Gefährdung des Bahnbetriebs. Besonders wichtig auf Hauptstrecken mit hohen Zugfrequenzen.

Straßenquerungen

Unterquerung von Autobahnen, Bundesstraßen oder innerstädtischen Verkehrsknotenpunkten ohne Sperrung des Verkehrs. Die Vortriebstechnik arbeitet unter der Fahrbahn durch, ohne deren Belastbarkeit zu beeinträchtigen.

Innerstädtische Leitungserneuerung

Wo offene Baugruben in dicht bebauten Gebieten nicht möglich sind – zwischen Bestandsgebäuden, in Fußgängerzonen oder unter historischer Bausubstanz. Die Vortriebstechnik ersetzt den Rohrgraben; die Absenkschächte werden punktuell eingebaut.

Einbauhinweis

Die enormen Stückgewichte (bei DN 3200 über 7 Tonnen pro Laufmeter) erfordern Großkrane mit entsprechender Tragkraft – bei DN 3200 sind Lasten über 20 t in Höhe zu handhaben. Die Anker-Gewichtsklasse (3 × 6–10 t bei DN 1500–2500; 3 × 12–20 t bei DN 3200) muss bei der Kranauswahl berücksichtigt werden. Die Anlieferung als Bodenteil (Schneidschuh unten integriert) plus Aufsatzteile erfolgt auf Schwerlast-Tiefladern – die Zufahrt zur Baustelle muss dafür geeignet sein. Bei tiefen Schächten im Grundwasser wird nach Erreichen der Endtiefe eine Unterwasserbetonsohle eingebracht, bevor der Schacht leergepumpt und die Vortriebsmaschine montiert wird.

Zusammenfassung der Normung

Stahlbetonbau nach DIN 1045-1, Beton nach DIN EN 206-1 (Standard C 35/45). Die Bemessung der Rückstoßkraftaufnahme erfolgt nach projektspezifischer Statik in Abstimmung mit dem Vortriebsunternehmen und der Pressstation. Eine prüffähige statische Berechnung wird auf Anforderung vom Werk bereitgestellt.

Ansprechpartner

Markus Jäger

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Vertrieb

Tel.: 07153 | 9395 - 18

Simon Steck

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Vertrieb

Tel.: 07153 | 9395 - 31

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wofür werden diese Schächte eingesetzt?

Als Start- und Zielschächte beim grabenlosen Rohrvortrieb (Microtunneling) für Rohre bis DN 800 Rohrnennweite. Der Startschacht nimmt die Vortriebsmaschine auf; der Zielschacht empfängt sie nach dem Vortrieb.

Welche Nennweiten sind verfügbar?

DN 1500, DN 2000, DN 2500 und DN 3200. Die Auswahl der Schacht-Nennweite richtet sich nach dem Durchmesser der Vortriebsmaschine und den benötigten Arbeitsraum-Anforderungen innerhalb des Schachts.

Welche Durchfahröffnungen sind möglich?

Bei DN 1500/2000: 300–500 mm. Bei DN 2500: 500–1200 mm. Bei DN 3200: 500–1300 mm. Die genaue Größe wird in Abstimmung mit dem Vortriebsunternehmen projektspezifisch festgelegt.

In welchem Winkel können die Öffnungen angeordnet werden?

Durch den runden Schachtquerschnitt in jedem beliebigen Winkel. Die Vortriebsrichtung kann projektspezifisch ausgerichtet werden – wichtig bei komplexen Leitungsführungen mit Kurven oder Verzweigungen.

Wie groß sind die Bauteile?

Wandstärken von 150 mm (DN 1500) bis 260 mm (DN 3200). Maximale Bauhöhe pro Element 2,80 m (DN 2500) bis 3,00 m (DN 1500, 2000, 3200). Für größere Einbautiefen werden mehrere Elemente aufeinander abgesenkt.

Wie schwer ist ein DN 3200-Element?

Etwa 7.065 kg pro Laufmeter – Kranplanung mit Schwerlast-Mobilkran zwingend erforderlich. Die Anker-Gewichtsklasse beträgt 3 × 12–20 t je Anker. Bei großen Bauteilen entstehen Stückgewichte über 20 Tonnen.

Was passiert am Ende des Vortriebs?

Der Zielschacht empfängt die Vortriebsmaschine. Diese wird dort geborgen; danach kann der Schacht als regulärer Revisionsschacht weitergenutzt werden – typisch als tiefer Revisionsschacht im Rohrleitungsnetz.