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Unter jedem Glasfaserkabel, jeder Weiche, jeder Ampel steckt ein Schacht
Der Breitbandausbau erschließt gerade Dörfer auf der Schwäbischen Alb. Eine Bahnstrecke im Stuttgarter Umland wird elektrifiziert. Ein Gewerbegebiet bei Ulm braucht Mittelspannungsverteilung. Drei völlig unterschiedliche Projekte – mit einer gemeinsamen Anforderung: unterirdische Schachtbauwerke, die Kabel schützen, Wartungszugang ermöglichen und Jahrzehnte halten. Das Betonwerk Wernau liefert das passende System für jeden dieser Kontexte, mit dem richtigen Produkt, der richtigen Zulassung und der regionalen Kenntnis, die den Einbau reibungslos macht.
Szenario: Drei Baustellen, eine Frage
Ein Tiefbauunternehmen aus dem Alb-Donau-Kreis baut gerade gleichzeitig an drei Projekten. Auf der ersten Baustelle verlegt es Glasfaser-Leerrohre für den kommunalen Breitbandausbau – kleine Abzweigkästen alle paar Hundert Meter, Hausanschlüsse, Backbone-Knoten. Auf der zweiten Baustelle ist es mit der Verlegung von Mittelspannungskabeln für einen Energieversorger beschäftigt – größere Spleißschächte, befahrbar, auf der Fahrbahn. Auf der dritten Baustelle läuft ein Bahnprojekt – hier braucht jeder Schacht eine EBA-Typzulassung, die Dokumentation ist aufwendig, die Toleranzen sind eng.
Drei Projekte, drei Normenwelten, drei Produktanforderungen. Und in allen drei Fällen die gleiche Erwartung an den Lieferanten: Das richtige Bauteil, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Zulassung – ohne Rückfragen und ohne Überraschungen auf der Baustelle.
Die Herausforderung: Kabelinfrastruktur ist kein Einheitsprodukt
Kabelschächte wirken auf den ersten Blick wie ein einfaches Produkt. Ein Kasten aus Beton, ein Deckel oben drauf. In der Praxis ist die Anforderungsvielfalt erheblich.
Anwendungsvielfalt
Glasfaserausbau stellt andere Anforderungen als Mittelspannungsverteilung. Ein Kabelschacht auf einem Flughafenvorfeld muss F-900-Lasten tragen – Radlasten bis zu 900 kN, wie sie schwere Flugzeugschlepper erzeugen. Ein Schacht im Gehwegbereich eines Wohngebiets muss Klasse B 125 genügen. Ein Bahnschacht muss EBA-typzugelassen sein. Diese Belastungsklassen und Zulassungsanforderungen sind nicht austauschbar.
Normenkomplexität
Die Normenwelt der Kabelschächte ist eine eigene: DIN EN 124 und DIN 1229 für Schachtabdeckungen, DIN Fachbericht 101 für Einwirkungen, DIN 4085 für Erddruck, DIN 1045 für Beton C 35/45. Hinzu kommen betreibersspezifische Anforderungen von Telekommunikationsunternehmen, Energieversorgern und der Deutschen Bahn – Anforderungen, die in allgemeinen Normen nicht stehen.
Produktvielfalt im System
Ein Kabelinfrastrukturprojekt braucht selten nur eine Produktart. Der Glasfaserausbau kombiniert Hausanschluss-Schächte (30 × 30 cm) mit Backbone-Knoten (bis 200 × 150 cm). Die Bahninfrastruktur kombiniert modulare Aufbauschächte mit Signaltechnik-Schächten in verschiedenen Tiefen. Wer für jeden Anwendungsfall das passende Produkt aus einer Hand liefert, spart dem ausführenden Unternehmen mehrere Bestellvorgänge – und das Risiko, dass Teile aus verschiedenen Quellen nicht kompatibel sind.
Fünf Produktlinien, ein System
Das Kabelbau-Sortiment des Betonwerks Wernau umfasst fünf aufeinander abgestimmte Produktlinien.
Abzweigkästen – die kompakte Lösung für kleinteilige Kabelverteilung. Elf Varianten von 30 × 30 cm (Klein-Abzweigkasten für Hausanschlüsse und Straßenbeleuchtung) bis 110 × 80 cm (Abzweigkasten 86 als Großformat für Hauptverteiler im Breitbandausbau). Klasse B 125 und D 400 verfügbar. Der Typ III kommt mit werkseitig eingebautem Muffenrahmen für bis zu 14 Kabelschutzrohre DN 110 – besonders gefragt im FTTH/FTTB-Ausbau, wo an einem Verteilerpunkt viele Leerrohre zusammenkommen.
Kabelschächte-Grundkörper – für Spleißstationen und Backbone-Knoten mit mittlerem bis großem Raumbedarf. Fünf Varianten: 70 × 70 × 90 cm für städtische Infrastruktur und Glasfaser-Backbones, 88 R1 in 100 × 80 und 140 × 80 cm für LWL-Hauptknoten und Mittelspannungsmuffen, 200 × 150 cm als Großschacht für regionale Hauptverteilerknoten und Energietrassen, sowie Notruf- und Kombischächte für Autobahnen und Bundesstraßen mit integrierter Halfenschiene für Notrufsäulen. Beton C 35/45 nach DIN 1045, befahrbar bis D 400.
Aufbauschächte mit EBA-Ausführung – die Speziallösung für die Bahninfrastruktur. Sechs Standardgrößen von II (65 × 65 cm Lichtmaß) bis X (250 × 200 cm), modularer Aufbau aus Bodenplatte, Kastenrahmen, Zwischenrahmen und Deckel. Einbautiefen bis 3,65 m (Größe VII). Alle Standardgrößen sind EBA-typzugelassen – ein Qualitätsmerkmal, das für den Einsatz in Eisenbahnanlagen zwingend ist und das nicht alle Anbieter im Lieferprogramm führen. Entlang von Bahnstrecken im Stuttgarter Umland und im Raum Ulm sind diese Schächte in zahlreichen Projekten verbaut.
Topfschächte – monolithisch gegossene Kabelschächte für höchste Dichtheit und besondere Lastanforderungen. Drei Varianten: Der Topfschacht 140 × 70 ist die einzige Variante im Programm mit F-900-Zulassung für Flugbetriebsflächen. Die P-Serie II 80 × 40 kommt mit acht werkseitig eingebauten PVC-Muffen DN 110 – ideal für kompakte Glasfaser-Verteilpunkte, bei denen der Einbau auf der Baustelle besonders schnell gehen muss. Die P-Serie II 160 × 40 (gestreckt) ist für LWL-Weitverkehrstrassen mit großen Reserveschlaufen ausgelegt.
Schachtabdeckungen – nach DIN EN 124 und DIN 1229 in den Formaten 70 × 70 und 140 × 70 cm, Klassen B 125 und D 400. Fünf Rahmenvarianten, darunter tagwasserdichte Ausführungen mit innenliegender Gummidichtung und auspflasterbare Varianten für Platzbereiche und Innenstadtlagen, wo die Schachtdeckel im Pflasterbelag verschwinden sollen. Verriegelungssysteme WADAPTER, WABENS und WADRILL für sicherheitsrelevante Bereiche und kritische Infrastruktur.
Normen und Anforderungen
Die normative Grundlage für Kabelschächte ist eine andere als für Abwasserprodukte – ein Unterschied, der in der Planung und Ausschreibung häufig unterschätzt wird.
Für Schachtabdeckungen gilt DIN EN 124 mit den Belastungsklassen A 15 (Gehwege, Privatflächen), B 125 (Gehwege, Radwege, Parkplätze), D 400 (Fahrbahnen, LKW-Verkehr) und F 900 (Flugbetriebsflächen, Schwerlast). DIN 1229 als nationale Ergänzung regelt Prüfung und Kennzeichnung. Die Schachtkörper werden nach DIN Fachbericht 101 (Einwirkungen) und DIN 4085 (Erddruck) bemessen, Beton mindestens C 35/45 nach DIN 1045.
Für Aufbauschächte in der Bahninfrastruktur kommt die EBA-Typzulassung als entscheidende Zusatzanforderung hinzu. Die Typzulassung des Eisenbahn-Bundesamts bescheinigt, dass das Produkt für den Einsatz in Eisenbahnanlagen geeignet ist und die spezifischen Anforderungen an Vibrationsfestigkeit, Tragfähigkeit und Erddruckverhalten erfüllt. Ohne diese Zulassung ist der Einbau auf Bahn-Liegenschaften nicht zulässig.
Betreiberspezifische Anforderungen von Telekommunikationsunternehmen und Energieversorgern kommen je nach Projekt hinzu. Wir kennen die gängigen Anforderungen der relevanten Netzbetreiber in unserem Liefergebiet und klären im Planungsgespräch, ob das gewählte Produkt diese Anforderungen erfüllt.
Wie das Betonwerk Wernau unterstützt
Bereits in der Planungsphase helfen wir dabei, die richtige Produktlinie für den jeweiligen Anwendungsfall zu identifizieren. Glasfaserausbau im Gehwegbereich? Abzweigkästen Typ I oder Typ III, je nach Anforderung an den Kabeleinzug. Mittelspannungsmuffen auf einer Fahrbahn? Kabelschacht 88 R1 in D 400. Aufbauschacht für die Bahninfrastruktur? Wir prüfen, welche Größe zur geplanten Einbautiefe und Kammergröße passt und ob die EBA-Zulassung für diesen Anwendungsfall greift.
In der Ausschreibungsphase liefern wir Produktbeschreibungen, Maßblätter und Nachweise der relevanten Zulassungen. Für Ausschreibungen, die betreiberspezifische Anforderungen enthalten, helfen wir bei der Formulierung der technischen Mindestanforderungen.
Bei der Lieferung koordinieren wir mit regionalen Transportunternehmen. Großschächte 200 × 150 cm wiegen bis zu 5,9 t – das erfordert Vorabklärung der Zufahrt und Kranverfügbarkeit. Kleinere Abzweigkästen und Standardschächte werden oft zusammen mit anderem Zubehör auf einer Tour geliefert. Zubehör wie Verschlussbecher DN 110, Stahldollen und Ausgleichsrahmen halten wir in Wernau auf Lager.
Auf der Baustelle beantworten wir Montagefragen – insbesondere beim Aufbauschacht, wo das korrekte Vermörteln der Lagerfugen und das Einbringen der Stahldollen entscheidend für die Verschiebesicherheit und die Zulassungskonformität sind. Beim Topfschacht vereinfacht die monolithische Bauweise die Montage erheblich: einmal ausrichten genügt, da keine weiteren Rahmen folgen.
Produktauswahl im Überblick
| Anwendung | Empfohlenes Produkt | Belastungsklasse |
|---|---|---|
| Glasfaser Hausanschluss, Straßenbeleuchtung | Abzweigkasten 30×30 bis Typ I | B 125 |
| FTTx Verteilpunkt, Gewerbegebiet | Abzweigkasten Typ III (mit Muffenrahmen) | B 125 / D 400 |
| LWL-Backbone, Mittelspannungsmuffe | Kabelschacht 88 R1 (100×80 oder 140×80) | B 125 / D 400 |
| Hauptverteilerknoten, Energietrasse | Kabelschacht 200×150 (Großschacht) | B 125 / D 400 |
| Notrufsäule Autobahn / Bundesstraße | Notruf- / Kombischacht | – |
| Bahninfrastruktur, EBA-zugelassen | Aufbauschacht Größe II–X | B 125 / D 400 |
| Glasfaser-Verteilpunkt, kompakt | Topfschacht P-Serie II 80×40 | B 125 |
| LWL-Weitverkehr, große Reserveschlaufen | Topfschacht P-Serie II 160×40 | B 125 / D 400 |
| Flugbetriebsfläche, F-900-Anforderung | Topfschacht 140×70 | F 900 |
| Gehwegbereich, auspflasterbar | Schachtabdeckung Typ III, auspflasterbar | B 125 |
Technische Detaildaten, Maße und Gewichte finden Sie auf den Produktseiten auf rohr.de.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Aufbauschächten und Topfschächten?
Welche Kabelschächte haben eine EBA-Typzulassung?
Welche Belastungsklasse brauche ich für einen Kabelschacht auf der Fahrbahn?
Was bedeutet die Muffenrahmen-Option beim Abzweigkasten Typ III?
Liefert das Betonwerk Wernau auch für den Glasfaserausbau in ländlichen Gebieten?
Können die Schachtabdeckungen an Platzbereiche angepasst werden?
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Ansprechpartner
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